Wie grün ist Ökostrom?

„Mein Stromanbieter ist zu teuer und deshalb möchte ich einen billgeren finden.“ Dies ist meist das auslösende Argument für die Suche nach einem neuen Stromanbieter. Wenn dann auch noch der ökologische Aspekt eine Rolle spielt und man weg möchte von einem konventionellen, ‚großen‘ Anbieter, hin zu einem alternativen grünen Anbieter, dann ist der Weg zu einem Ökostromanbieter nicht mehr weit. Bei den Recherchen stellt man allerdings sehr schnell fest, dass es nicht so einfach ist. Auch grüner Strom ist oft nicht so grün wie man auf den ersten Blick glaubt.

Wie grün ist grüner Strom wirklich?

Diese Frage ist oftmals sehr schwierig zu beantworten. Atomstrom ist natürlich ein allgemeines Ausschlusskriterium für einen grünen Anbieter. Also woher soll der Strom bei einem grünen Anbieter kommen?

Gut, wir haben zum einen einmal Wasserkraft. Wasserkraft ist aber nicht ganz so unproblematisch wie viele vielleicht glauben mögen. Wasserkraftwerke verändern das Temperaturregime und Abflussregime, natürliche Habitate im Wasser und außerhalb des Wassers gehen verloren und besonders die Durchgängigkeit, eine zentraler Punkt für eine gesunde Fischpopulation, wird verhindert. Sehr vielen alten Wasserkraftwerken mangelt es immer noch an Fischaufstiegshilfen.

Leider hat jede Art von Energiegewinnung ihre Nachteile. Windkraft beeinflusst den Lebensraum von Vögeln und Fledermäusen, die Stromgewinnung mittels Solarenergie erzeugt Schadstoffe und geothermische Wärmegewinnung beeinflusst das Grundwasser. Die Auswirkungen von (Groß)-Wasserkraftwerken sind aber in der Regel viel größer als die von anderen, grünen Energiegewinnungsformen. Deshalb sollte der Ökostromanbieters seine Wasserkraftenergie hauptsächlich von Kleinwasserkraftwerken beziehen.